FAQ Gründungsprozess

Wer kann eine Stiftung gründen?

Sowohl natürliche als auch juristische Personen können allein oder gemeinsam eine Stiftung gründen.

Wie läuft der Gründungsprozess ab?

Der Gründungsvorgang einer gemeinnützigen Stiftung beginnt mit der Erstellung eines Stiftungsgeschäfts und einer Satzung. Diese müssen bei der zuständigen Aufsichtsbehörde und beim Finanzamt zur Genehmigung eingereicht werden. Im Anschluss erfolgt die Anerkennung durch die Aufsichtsbehörde und die Eintragung ins Stiftungsregister. Das Finanzamt erlässt einen Bescheid, wonach die satzungsmäßigen Voraussetzungen einer gemeinnützigen Stiftung vorliegen. Sind diese Verfahren erfolgreich abgeschlossen, kann die Stiftung ihre Tätigkeit aufnehmen.

Was ist ein Stiftungsgeschäft und welche Inhalte muss es haben?

Ein Stiftungsgeschäft ist eine schriftliche Erklärung, in dem der Stifter zusichert ein bestimmtes Vermögen zur Erfüllung eines von ihm vorgegebenen Zwecks auf die Stiftung zu übertragen.

Welchen Inhalt muss die Satzung einer gemeinnützigen Stiftung haben?

Zusammen mit dem Stiftungsgeschäft ist eine Satzung zu erstellen, die mindestens folgende Inhalte haben muss:

  1. den Namen der Stiftung,
  2. den Sitz der Stiftung,
  3. den Zweck der Stiftung,
  4. das Vermögen der Stiftung,
  5. Vorgaben zur Bildung des Vorstands der Stiftung.

Welche Anforderungen stellt das Finanzamt an die Satzung einer gemeinnützigen Stiftung?

Die Satzung muss die Inhalte der als Anlage zur Abgabenordnung angefügten Mustersatzung widerspiegeln. Hierdurch wird sichergestellt, dass die gesetzlichen Vorschriften zur Gemeinnützigkeit (§§ 51 ff der Abgabenordnung) in die Satzung aufgenommen und somit beachtet werden müssen.

Die Mustersatzung finden Sie hier.

Wie hoch muss das Stiftungskapital einer gemeinnützigen Stiftung sein?

Die Höhe des Stiftungskapitals ist im Gesetz nicht geregelt. Die Stiftungsbehörden verlangen jedoch in der Regel ein Mindestkapital von 50.000 bis 100.000 EUR. Angesichts der derzeitigen Niedrigzinsphase erscheint dieser Betrag jedoch als noch zu gering. Die Vermögensausstattung der Stiftung muss so gewählt sein, dass der Stiftungszweck aus den Erträgen des Stiftungsvermögens dauerhaft erfüllt werden kann. Eine Ausnahme stellt lediglich die sog. Verbrauchsstiftung dar, bei der der Stifter bestimmt hat, dass das Stiftungskapital innerhalb eines bestimmten Zeitraums zu verbrauchen ist.

Bei der Bemessung des Stiftungskapitals ist zu bedenken, dass der Stiftung auch Verwaltungskosten entstehen, die die Erträge aus der Vermögensverwaltung mindern. Der benötigte Kapitalbedarf sollte im Vorfeld einer Gründung sorgfältig kalkuliert werden.

Kann das eingebrachte Stiftungskapital vom Stifter zurückverlangt werden?

Die Rückführung des Stiftungskapitals an den Stifter ist normalerweise nicht möglich. Der Stifter trennt sich dauerhaft von dem von ihm eingebrachten Vermögen.

Kann ich das eingebrachte Stiftungskapital steuerlich geltend machen?

Die Einbringung von Kapital in eine als gemeinnützig anerkannte Stiftung ist innerhalb bestimmter Grenzen steuerlich als Sonderausgabe abzugsfähig.

Ab welchem Zeitpunkt darf die Stiftung Zuwendungsbescheinigungen ausstellen?

Im Rahmen des Gründungsprozesses prüft das Finanzamt, ob die Voraussetzungen zur Anerkennung der Gemeinnützigkeit der Stiftung erfüllt sind. Ist das Ergebnis positiv, erteilt das Finanzamt einen Bescheid, wonach die satzungsmäßigen Voraussetzungen einer gemeinnützigen Stiftung vorliegen. Nach Vorlage des Bescheids darf die Stiftung Zuwendungsbescheinigungen ausstellen.

Ich interessiere mich für die Gründung einer gemeinnützigen Stiftung. Wo kann ich mich informieren?

Nähere Informationen zur Gründung einer gemeinnützigen Stiftung finden Sie in meinem E-Book, das Sie kostenlos und unverbindlich anfordern können.

Wenn Sie Unterstützung bei der Gründung Ihrer gemeinnützigen Stiftung benötigen, freue ich mich auf Ihre Kontaktaufnahme.